Projekt "Komm, wir finden eine Lösung!"

Bereits Ende des letzten Schuljahres durften zwei Klassen, die damalige 3a und 3c, an einem Projekt vom KinderschutzBund München teilnehmen: "Komm, wir finden eine Lösung!" ist ein Training zur Gewaltprävention. Die Kinder lernen, Konflikte zu lösen und erwerben soziale und emotionale Kompetenzen. In diesem Schuljahr beteiligen sich zwei weitere Klassen, die 3a und die 4b, an diesem Projekt. In fünf Übungseinheiten, die jeweils zwei Schulstunden umfassen, werden sie von geschulten Trainern in verschiedenen, für die Gemeinschaft wichtigen Themen unterwiesen.

 Am 11.10.2012 fand die erste Übungseinheit statt:

Gemeinschaft - Werte - Regeln

Wie kann ich lernen, in der Klassengemeinschaft gut zurechtzukommen und mich fair zu verhalten?

Nach einem Kennenlernspiel und einem kurzen Gespräch über verschiedene "Gemeinschaften" wurde ein Gruppenrollenspiel zum Thema "Schiff" durchgeführt. Jedes Kind durfte einen Beruf auf dem Schiff wählen und sollte dann seinen Beitrag zum Funktionieren der Schiffsmannschaft leisten. Ziel war das Entdecken eines neuen Kontinentes mit der Bedingung, dass es allen auf dem Schiff gut geht und jeder beim Erreichen des Zieles mithilft.

Die Kinder, hier die 4b, wählten Berufe wie Kapitän, Matrose, Steuermann, Koch, Kellner, Wissenschaftler, Ausgucker, Arzt usw. Jeder Beruf konnte auch mehrmals vorkommen und natürlich sowohl von Mädchen als auch von Jungen ausgeführt werden. Mit großer Begeisterung stürzten sich die Kinder in ihre Rollen und tauchten ganz selbstverständlich in die Phantasiewelt ein.

 

Zwischendurch wurde das Spiel von den Trainern unterbrochen. Die Kinder durften sagen, was ihnen am Spiel gefällt oder auch nicht gefällt und sollten Wünsche äußern.

 

Teilweise wurde es ganz schön laut und die Kinder wünschten sich "mehr Ruhe und Ordnung".

Nach diesen "Spielstopps" wurde unter verbesserten Bedingungen weitergespielt.

 

Nachdem der neue Kontinent entdeckt worden war, verließen die Kinder schließlich das Schiff und waren nun wieder Schüler(innen)!

Es schloss sich eine Reflexionsrunde an. Viele Kinder der 4b wünschten sich eine Fortsetzung des Spieles - solchen Spaß hatte es ihnen gemacht! Doch wurde dabei auch viel gelernt:

- die Klassengemeinschaft einmal ganz anders erleben

- Regeln einhalten

- Eigenverantwortung übernehmen

- Veränderungswünsche formulieren

- Erfahrungen sammeln

(aus: Brigitte Zwenger-Balink, "Komm, wir finden eine Lösung!")

Jedes Kind erhielt ein Arbeitsheft, mit dem auch während der Woche weitergearbeitet werden kann:

 

Hier unterschreiben die Kinder in der Pause gerade gegenseitig, nachdem das Gelernte noch einmal schriftlich fixiert worden war.

 Wer Lust hatte, durfte das Klassenschiff auch zeichnen:

 

Es gab außerdem eine Hausaufgabe im "Freien Schreiben":

 

Hier konnte die Phantasie noch einmal "auf Reisen" gehen!

 

 

Die zweite Übungseinheit war am 18.10.2012:

Kommunikation und Wahrnehmung

Wie sprechen wir richtig miteinander? Wie hören wir einander zu?

Das aktive Zuhören, das verständliche, höfliche Sprechen mit Blickkontakt und das Hinschauen wurden geübt:

Ohr, Mund und Auge sind beim Kommunizieren sehr wichtig - die sog. "O M A"!

 

Spiele zum Hinhören: Wir sind "ganz Ohr"!

Ein Partner erzählt eine Minute lang, danach erzählt der andere Gesprächspartner "zurück":

 

Spiel zum verständlichen Sprechen: Wir erklären einem "Marsmännchen", wie es sich eine Wurstsemmel zubereiten kann!

 

Spiele zum Hinschauen: Manchmal gibt es mehrere Sichtweisen!

Schau genau! Was hat sich an den Kindern verändert?

 

Wichtige Gesprächsregeln sollen wir nun, auch mit Hilfe von O M A, immer öfter selbständig anwenden!

 

3. Übungseinheit am 25.10.2012:

Achten und geachtet werden!

Nach einer Wiederholung der Inhalte vom letzten Mal lernten die Kinder heute, Gefühle zu benennen, darzustellen und damit umzugehen. Das Verständnis füreinander, Geduld und Toleranz sollen gefördert werden. Etwa eine halbe Stunde wurde die Klasse in eine Mädchen- und eine Jungengruppe getrennt, um die geschlechtsspezifischen Themen beim Umgang miteinander herauszuarbeiten. Danach wurden die Gruppen wieder zusammengeführt und erzählten einander das Ergebnis der Arbeit sowie ihre Wünsche bezüglich der Klassengemeinschaft. Dieses Thema wird in der 4. Übungseinheit fortgeführt und vertieft!

Wir stellen Gefühle dar!

 

4. Übungseinheit am 15.11.2012:

Wünsche

Nach dem gemeinsamen Spiel mit dem "Wunschtuch" wurde die Klasse in eine Mädchen- und eine Jungengruppe aufgeteilt. Als Gruppenaufgabe wurden Wünsche gesammelt: Was wünschen sich die Kinder an Veränderungen in ihrer Klassengemeinschaft? Die Wünsche wurden auf Wunschkarten geschrieben und später an einen Wunschbaum gehängt. Damit wird in den nächsten Wochen weitergearbeitet.

                                       

                                     

Die ganze Klasse musste gut zusammenarbeiten, damit der Ball möglichst lange nicht ins Loch fiel!

 

der Wunschbaum

 

Unsere "Herzenswünsche" sollen in den nächsten Wochen nach und nach in Erfüllung gehen!

 

5. (letzte) Übungseinheit am 22.11.2012:

Die Friedenstreppe als Möglichkeit der Konfliktlösung

Die Kinder lernen, Konflikte und Streitereien fair zu lösen. Dabei hilft das Schema der Friedenstreppe.

 

Zuerst spielten die Trainer mit Hilfe von Handpuppen einen Streit und dessen Lösung vor:

1. Stufe: Streit erzählen (jeder aus seiner Sicht), Gefühle benennen

2. Stufe: die Sicht des anderen Kindes und dessen Gefühle wiederholen

3. Stufe: mögliche Lösungen sammeln

4. Stufe: sich (hoffentlich) wieder vertragen!

 

Zwei Mädchen erklärten sich freiwillig bereit, ein solches Gespräch durchzuführen:

Beim Sammeln von Lösungen durften auch die anderen Kinder Vorschläge machen.

 

Schön, wenn man sich auf der obersten Stufe wieder vertragen kann!

 

Zum Abschluss des Projektes bekam jedes Kind vom Trainerteam eine Urkunde überreicht.

 

An diesem Tag fand auch noch der Eltern-Kind-Abend statt. Die Kinder durften das Projekt mit Hilfe der Übungsleiter ihren Eltern vorstellen und ihnen einige Übungen bzw. Spiele zeigen,

z.B. die Übung "Ich bin ganz Ohr!" aus der 2. Einheit:

 

 

Nun heißt es "dranbleiben" und das Erlernte anwenden und einüben!